Jagdschloss Granitz

Design von Teppichen

Was macht man mit einem 160 Jahre alten Schloss, dessen Holz­fuß­böden unan­sehn­lich geworden und dessen einst präch­tige Teppiche durch­getanzt und motten­zer­fressen sind? Mit histo­rischen Mate­rial­ien und Mustern neu weben lassen? Un­bezahl­bar. Irgend­eine Aus­lege­ware aus­rollen? Och nö!

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Unsere Lösung für das Problem: außer­gewöhn­liche Teppiche. Modern, maß­ge­schnei­dert und absolut passend zum histo­rischen Kontext des Jagd­schlosses Granitz bedruckt. Und damit wiederum alles andere als teuer.

Aber von vorne: Bei diesem Projekt mussten wir den Sherlock Holmes in uns aktivieren. Mit viel Spür­sinn und Akribie suchten wir zunächst nach histo­rischen Foto­auf­nahmen des Interieurs in Granitz – und wurden fündig. Ein kundiger Kunst­geschichts-Infor­mant steckte uns: Zu Leb­zeiten derer von Putbus war das Jagd­schloss mit Teppichen des fran­zö­sischen Her­stellers Aubusson ausge­stattet. Und genau diese dienten uns nun, Jahr­hunderte später, als Vor­lage für unsere moderne Inter­pre­ta­tion der historischen Teppich­muster.

In enger Zusammenarbeit mit der Denk­mal­pflege und einem Tep­pich­her­stel­ler ist es uns gelungen, die neuen Teppiche so zu gestal­ten, dass sie in Pro­por­tion und Linien­füh­rung Bezüge zum his­to­­rischen Bestand auf­nehmen und trotzdem nicht ve­rstaubt aussehen.

Grafische Muster und dezente Farben, lassen genügend Platz für Phan­tasie und schmei­cheln sich pass­genau in die ein­zel­nen Räume.

Schön und gut, aber was bitte hat das Ganze mit Inklusion zu tun, fragen Sie? Nix, ant­worten wir in diesem Fall und ver­wei­sen an dieser Stelle einfach mal darauf, dass inkl. Design für alle Schand­taten zu haben ist, wenn es um zeit­gemäße Design­ideen mit Kopf und Herz geht.

Interpretation

Eine Aufnahme aus dem Arbeitsprozess beim skizzieren von Vorlagen für die Teppichmuster.
Detailaufnahme aus dem Arbeitsprozess. Auf einem Probeausdruck eines Teppichmusters werden Notizzettel angebracht.
Detailfoto gewirkter Teppichelement-Muster. Die Farbabstufungen umfassen Grau-, Grün-, Blau- und Ockerabstufungen.

Beispielteppiche

grafische Gesamtansicht des Teppichs aus dem Damenzimmer, Originalgröße: 5,47 x 3,24 m
grafische Gesamtansicht des Teppichs aus dem Speisezimmer, Originalgröße: 5,17 x 3,33 m
grafische Detailansicht einer Ecke des Teppichs aus dem Roten Salon; Originalgröße des Teppichs: 2,59 x 3,30 m
grafische Gesamtansicht des Teppichs aus dem Damenzimmer im Turm in Form eines Hexagons, Originalgröße: 2,40 x 2,08 m

Blick in den Raum

Heutiges Bild eines Salons mit holzgetäfelter Decke und honigfarbenen Flügeltüren. Blickfang ist der ornamentreiche Teppich in Graustufen, der den Boden des Zimmers bedeckt. In der Mitte des Bildes sind drei dunkelrote Hocker in einer Reihe platziert. An der Wand im Hintergrund des Bildes hängt ein großes rechteckiges Gemälde eines Adligen im Goldrahmen, darunter ein moderner weißer Tisch. Auf der Wand rechts im Bild hängt das Portrait einer Dame in einem pompösen ovalen Goldrahmen.
Zwei Bilder mit Blick in das Esszimmer. Zu sehen ist ein langer moderner Tisch mit nachempfundenen historischen Konturen, welcher das fehlende Original ersetzt. Darauf das zeitgenössische Tischgedeck. Den Boden bedeckt ein in Grautönen gehaltener ornamentreicher Teppich. Ein historischer Originalstuhl steht zwischen modernen dunkelroten Hockern am Tisch. Im ersten Bild ist Kronleuchter über dem Tisch zu sehen und in der Ecke ein historischer Kamin. Das zweite Bild zeigt eine Detailaufnahme des Tisches.
Detailaufnahme eines runden Ornamentteppichs im holzgetäfelten Turmzimmer. Das Teppichmuster ist eine Art Mandala in Blau- und Grautönen umrahmt von einem weiß-blauen Schachbrettmuster.
Zwei Ausstellungsäume des Jagdschlosses Granitz. Das erste Bild zeigt eine begehbare Box mit nachempfundenen historischen ornamentalen Konturen. Sie steht in einem Raum mit holzgetäfelter Decke und einem hellen quadratischen Teppich mit einer schlichten Bordüre . Im zweiten Bild ein Tisch, der ebenfalls im Stil der nachempfundenen historischen Konturen gehalten ist. In den Tisch ist ein großer Touchscreen eingelassen ist. Darunter ein moderner Ornamentteppich. An den Wänden Gemälde der Familie zu Putbus.
Detailaufnahme eines Teppichmusters. Blickpunkt des Muster ist ein zweifarbiger Stern in hellblau und hellgrau in einem grauen Kreis, umrahmt von blaugrauen Punkten. Weitere Linien und Punkte erweitern das Muster.
Zwei holzgetäfelte Räume. Im ersten Bild ist ein honigbraunes, hölzernes Turmzimmer zu sehen. Der kleine Raum ist nicht möbliert. Er ist lediglich mit einem runden, blaugrauen Ornamentteppich ausgelegt. Große Fenster spenden helles Sonnenlicht. Ein dunkelgrauer Läufer führt aus dem Raum heraus. Das zweite Bild zeigt ein Schlafzimmer mit Diwan, holzgetäfelten Intarsienwänden und auffällig strukturierter heller Decke. Den Boden bedeckt ein in Grautönen gehaltener Teppich mit dominanten runden Ornamentformen.
Piktogramm "Informations-i"

Projektdetails

Kunde: Betrieb für Bau und Liegenschaften 
Mecklenburg-Vorpommern

Projektzeitraum: 2014 – 2015

Beteiligte: Jorinde Meline Barke, Obere Denkmalbehörde, 
Büro Baldauf

Projektumfang: Kunsthistorische Recherche, Kontaktaufnahme zu internationalen Textilhistorikern, Entwicklung Konzept moderner Interpretationen historischer Teppichdesigns, Farb- und Materialkonzept, Abstimmung mit Oberer Denkmalbehörde, Ausarbeitung Teppichdesigns für 9 Räume, Produktionsbetreuung